Zum Abschied: "Danke!!!"

Randlinger Irmi Danke

 Ein Herzliches Dankeschön an Irmi Randlinger!

Randlinger Irmi Gottesdienst Kinder

 

 Fotos: Konrad Späth

 

 

      

 

 

                                                                    

 

 

Irmi Randlinger geht in Ruhestand - Kindergarten St. Andreas Trostberg

Irmi Randlinger hört nach 45 Jahren im Kindergarten St. Andreas auf

Randlinger Irmi Zeitung

Kinder besuchen einen Kindergarten zwischen drei und vier Jahren – nicht so Irmi Randlinger. Sie ist 45 Jahre lang im katholischen Pfarrkindergarten St. Andreas. „Ich habe mehr Zeit im Kindergarten verbracht als andere anderen. Es ist mein Lebenswerk." resümiert sie. „Mir hat es immer Spaß gemacht, auch wenn es manchmal schwierig war.", ergänzt sie. „Doch jetzt mit 63 Jahren ist endgültig Schluss", sagt sie und lächelt. Die Nachfolge ist geregelt, ab September übernimmt Elke Ghita, die allen bestens bekannt ist, den Kindergarten und das beständige und harmonische Team. Abschied wird aber nicht erst am letzten Tag vor den Ferien gefeiert, sondern schon am Sonntag, 21. Juli. Um 10 Uhr ist ein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas geplant, danach ein Abschiedsfest im Pfarrsaal St. Andreas.

Als Jugendliche kurz vor dem Schulende wußte Irmi Randlinger, die mit ihren Geschwistern auf einem Bauernhof in Bergham bei Heiligkreuz aufgewachsen ist, nicht genau, welchen Beruf sie ergreifen sollte. Die Eltern haben dann entschieden: du wirst Kindergärtnerin, obwohl sie selbst nie einen Kindergarten besucht hat. 1972 begann sie die Ausbildung mit dem Vorpraktikum im Kindergarten St. Andreas, danach folgten zwei Jahre auf der Fachakademie und dann ab 1975 das Berufspraktikum wieder in St. Andreas. Als staatlich geprüfte Erzieherin arbeitete sie dort bis sie 1991 die Kindergartenleitung von Erna Parzinger, die damals erste weltliche Kindergartenleitung, übernommen. Vormals wurde der Kindergarten von den Klosterschwestern der englischen Fräulein geleitet.

Während ihrer ganzen Zeit im Kindergarten sei sie nicht „betriebsblind" geworden, sondern immer offen für Neues, für die Strömungen der Zeit und Änderungen in der Pädagogik gewesen, behauptet sie von sich selbst. „Bewährtes beibehalten und Neues hinzufügen – das ist das Rezept für gutes Gelingen zugunsten der Kinder.", sagt sie überzeugt. Dabei hat sich in den letzten 45 Jahren Wesentliches in der Kindergartenlandschaft geändert. 1968 besuchten 150 Kinder die Einrichtung, so dass eine Erzieherin an die 50 Kinder zu betreuen hatte. An diese Kinderzahlen zum Berufsbeginn 1975, als einzige Erzieherin mit 25 Kindern in der Vormittagsgruppe und ebenso viele am Nachmittag erinnert sich Irmi Randlinger noch gut. Derzeit ist der Kindergarten mit 65 Kindern voll ausgelastet. „Zum Wohle der Kinder und Mitarbeiten ist es mir und uns auch weiterhin wichtig, dass die Einrichtung überschaubar bleibt, damit hier jeder noch persönlich wahrgenommen wird", so Randlinger.

Die erste größere Umstellung sei gekommen, als in den 70er Jahren das erste Bayrische Kindergartengesetz eingeführt wurde und darin Standards für die pädagogische Arbeit, die Ausstattung und personelle Besetzung festgelegt wurde. Damit war dann für eine Gruppe eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin notwendig, wobei die Gruppenstärke von 25 Kindern in einer Tageshälfte nicht überschritten werden durfte. Der zweite Meilenstein war 2005 die Einführung des Bayrischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBig). Was am Anfang ein vielfaches Mehr an Arbeit bedeutete, wurde letztendlich eine Erleichterung für Randlinger.

Die bürokratische Arbeit durfte sie ab September 2016 dann an das Kita-Verbund Team abgeben. Dennoch blieb noch genügend Arbeit übrig, die vor, während und nach der Arbeit in den einzelnen Gruppen getan werden musste, denn die pädagogische Verantwortung, die Mitarbeiterführung, Qualitätssicherung, die Zusammenarbeit mit Eltern, Elternbeirat, Träger, Behörden, Schulen, Fachdiensten und weiterer Beteiligter bleibt bis heute.

Eine weitere wegweisende Änderung war es, als das Thema Integration und Inklusion überall groß geschrieben wurde. Einzelne Kinder mit Behinderung oder drohender Behinderung kamen und die Einrichtung wandelte sich zur katholischen St. Andreas – Integrationseinrichtung. Der Umbau 1999, als notwendige Sanierung, sorgte dafür dass diese Kinder heutzutage aufgenommen werden können. Das erste Integrationskind wurde 2011 aufgenommen. In den Folgejahren wurden bis zu acht Integrationskinder, auch im Rollstuhl, betreut. Dadurch verringerte sich die Gruppenstärke, erklärt Randlinger.

Auch an Projekten des Kultusministeriums, dem die Kindergärten lange angegliedert waren nahm der St. Andreas Kindergarten teil. Von 1979 bis 1984 war es zum einen der Modellversuch des Kultusministerium „Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule". Teile daraus werden bis heute in vielen Kindertagesstätten umgesetzt, damit den Kindern der Übergang von Kindergarten in die Schule leichter fällt. Zum anderen ist war es der „Deutschfranzösische Lehrer- und Erzieheraustauch" von 1984 bis 1999, der zur Verständigung und Annäherung beider Länder und zum kulturellen Austausch dienen sollte. Die Kinder kamen dabei in den Genuss, im Kindergarten bereits Französisch- Unterricht zu erhalten.

Erziehung ist für Randlinger etwas, dass man auch dem Lebensweg mitgeben kann. „Es war mir immer ein Anliegen den Kindern durch meine Arbeit Grundlagen für eine positive Lebensbewältigung mitzugeben. Der eine braucht dafür mehr, der andere weniger Hilfen – man muss jedes Kind dabei in seiner Einzigkeit wahrnehmen. Der Humor darf dabei nicht fehlen.", so Randlinger.

Doch jetzt freut sich Randlinger auf ihren wohlverdienten Ruhestand. Langweilig wird ihr nicht werden, das weiß sie heute schon. In Haus und Garten gebe es genug zu tun. Sie spielt Theater beim Heiligkreuzer Theaterverein und singt im Kirchenchor. Ihr Hund und ihr Igelprojekt sorgen für weiteren „Unruhestand".

Foto und Text: Tine Limmer

 

 

      

 

 

                                                                    

 

 

(c) Kitaverbund Traun-Alz 2017

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